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Allison Haskins: „Das beste Jahr meines Lebens!“

US-Studentin hatte gute Zeit in Gießen – Brücke-Abschied 

War glücklich für ein Jahr in Gießen zu sein: Die Austauschstudentin aus den USA, Allison Haskins (Mitte) mit der der Studentenaustausch-Beauftragten Kerstin Ruppel (rechts) und Vorstandsmitglied Evi Schmadel vom Deutsch-Amerikanischen Klub DIE BRÜCKE Gießen-Wetzlar.
War glücklich für ein Jahr in Gießen zu sein: Die Austauschstudentin aus den USA, Allison Haskins (Mitte) mit der der Studentenaustausch-Beauftragten Kerstin Ruppel (rechts) und Vorstandsmitglied Evi Schmadel vom Deutsch-Amerikanischen Klub DIE BRÜCKE Gießen-Wetzlar.

GIESSEN/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Als bestes Jahr ihres bisherigen Lebens, bezeichnete die US-Studentin Allison Haskins ihr Jahr in Gießen. Dieser Tage verabschiedeten sich die Mitglieder des Deutsch-Amerikanischen Klubs „DIE BRÜCKE“ Gießen-Wetzlar von der Studentin von der University of Alabama. Sie war durch ein Stipendium des Studentenaustauschprogramms des Verbandes Deutsch-Amerikanischer Clubs (VDAC), mit dem der mittelhessische Klub verbunden ist, für zwei Semester zum Studium an die Justus-Liebig-Universität gekommen. Betreut wurde sie dabei maßgeblich von der Brücke-Studentenbeauftragten Kerstin Ruppel, die ihr Land und Leute in und um Gießen mit den Klub-Mitgliedern näher brachte.

 

„Ich habe so viel erlebt.“ sagte Haskins beim Abschied und hob dabei neben der erlebten Gastfreundschaft in und um Gießen, die Feiern zum „Tag der Deutschen Einheit“, den Kölner Karneval und Silvester in der Hauptstadt Berlin als weitere besondere Erlebnisse in Deutschland hervor. Während des Studiums hatte sie Gelegenheit Kurse zu dem Themen interkultureller Kommunikation und internationale Migration sowie zur Literatur und deutschen Popkultur zu besuchen. Besonders das Zusammenkommen mit deutschen und internationalen Studenten in Gießen war für sie eine besondere Erfahrung. Gerade die Offenheit bei Diskussionen und Gesprächen beeindruckte sie. Von Weihnachtskultur bis hin zu aktuellen politischen Themen wurde dabei gesprochen. „Durch meine Erlebnisse in Deutschland und Europa habe ich viel über mich selbst, andere Menschen und die Welt gelernt.“ sagt sie heute. Dank der Unterstützung durch die Brücke, habe sie eine andere Kultur erleben können und heute neue Perspektiven im Blick auf die Welt. „Ich werde die Zeit in Gießen niemals vergessen.“ sagte sie vor ihrem Rückflug in die USA.

 

Inzwischen ist schon der neue Brücke-Austauschstudent in Gießen angekommen. Patrick Elsworth lebt in Washinton DC und kommt vom Oberlin College in Ohio an die Justus-Liebig-Universität. Dort besuchte er nach der Ankunft bereits den ersten Lehrgang zur Einführung. Zurück aus den USA ist inzwischen die deutsche Austauschstudentin Carina Thomys. Sie war für ein Jahr an der University of Deleware und wird beim Brücke-Stammtisch am Mittwoch, den 7. Oktober um 19.30 Uhr im Hotel Köhler von ihren Erlebnissen berichten.

 

Brücke-Vorstand bestätigt – Ehrungen

65 Jahre „Die Brücke“ Gala-Feier geplant

GIESSEN/WETZLAR/MITTELHESSEN (rge/ger/rg),

Bei der Jahreshauptversammlung im 65. Gründungsjahr des Deutsch-Amerikanischen Klubs konnten die Präsidenten Roger Schmidt und Günther Schmadel (rechts) im Hotel Köhler in Gießen für 30 Jahre Mitgliedschaft Ute Fabel (2. von links) sowie für 10 Jahre Vorstandstätigkeit Nicole Heppner Dank und Anerkennung mit Urkunde und Blumen aussprechen
Bei der Jahreshauptversammlung im 65. Gründungsjahr des Deutsch-Amerikanischen Klubs konnten die Präsidenten Roger Schmidt und Günther Schmadel (rechts) im Hotel Köhler in Gießen für 30 Jahre Mitgliedschaft Ute Fabel (2. von links) sowie für 10 Jahre Vorstandstätigkeit Nicole Heppner Dank und Anerkennung mit Urkunde und Blumen aussprechen

Stolze 65 Jahre lang besteht der Deutsch-Amerikanische Klub „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar in diesem Jahr. Das soll mit einem Gala-Abend im Herbst unter dem Titel „65 Jahre „Die Brücke“ – American Magic in Mittelhessen“ gefeiert werden, kündigte der an diesem Abend bei den Vorstandswahlen in seinem Amt bestätigte Präsident Roger Schmidt bei der Jahreshauptversammlung im Hotel Köhler in Gießen an. Dabei konnte er mit dem Vizepräsidenten Günther Schmadel auch Ehrungen vornehmen. So wurde für 30-jährige Treue zum Klub Ute Fabel mit Urkunde, Klubnadel und Blumen Dank und Anerkennung ausgesprochen, genau so wie Nicole Heppner, die für 10 Jahre ehrenamtliche Vorstandsarbeit gewürdigt wurde und aus dem Vorstand ausschied. In Abwesenheit wurde der in Frankfurt lebenden Christa Huth für 25 Jahre Mitgliedschaft gedankt. Erneut konnte die Brücke mit Carina Thomys eine deutsche Studentin zum Studentenaustausch an die amerikanische Universität nach Deleware entsenden. In Deutschland ist zur Zeit die US-Amerikanerin Allison Haskins in Gießen an der Justus-Liebig-Universität seit vergangenem Jahr bis in diesen Sommer Gaststudentin.

 

Schmidt konnte am Mittwochabend nach der Begrüßung von einer positiven Mitgliederentwicklung berichten. Inzwischen hat die Brücke 112 Mitglieder und damit deutlich mehr (+13) mehr als im Jahr 2008, in dem die US-Garnison in Gießen aufgelöst wurde. Eine positive Entwicklung, die das attraktive Klubleben widerspiegelt, so Schmidt. Er betonte, dass die Brücke in ihren Zielen für die Mitmenschlichkeit und das Miteinander der Völker in Frieden eintritt. Es dürfe nicht vergessen werden, was Deutschland den Amerikanern zu verdanken habe. Demokratie und Freiheit gehörten dazu, die es zu schützen gelte. Der Klub veranstaltete im vergangenen Jahr einen viel beachteten Neujahrsempfang mit dem Direktor des Mathematikums Prof. Dr. Beutelspacher und lud zu Stammtischen unter anderem zu den Themen „Sexuelle Gewalt“ mit Dr. Barbara Bojack, „Lincolns Rede“ mit dem Frankfurter Gast Renè Scholz, „Jugendaustausch mit Milwaukee“ mit Schülern der Theodor-Litt-Schule Gießen, „Vom Gegner zum Freund“ mit Elisabeth von Maltzahn, „Die Römer in Mittelhessen“ mit Norbert Kissel, „Minnesota Winter“ mit Elli Radinger und „Gießener Auswanderer im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg“ mit Prof. Dr. Holger Gräf von der Philipps-Universität Marburg im Hotel Köhler ein. Die US-Studentin Shannon Wilson wurde verabschiedet. Man feierte gemeinsam ein BBQ in Steinbach und Thanksgiving in Linden, besuchte in Frankfurt das Weihnachtskonzert „The singing Christmastree“ in der Liebfrauenkirche und war im Keltenmuseum in Glauburg zu Gast. Vertreten war man ebenfalls beim Internationalen Weihnachtssingen der Partnerschaftsklubs in Wetzlar. Gewürdigt wurde Astrid Reinewald für ihr Engagement beim „American Table Talk“ (ATT), dem rein englischsprachigen Stammtisch.

 

Für die verhinderte Studentenbeauftragte Kerstin Ruppel verlas die US-Studentin Alison Haskins den Bericht von den Aktivitäten im Studentenaustausch, dem man im Verband der Deutsch-Amerikanischen Klubs (VDAC) mit organisiert und finanziert. Insgesamt rund 10.000 Euro konnte der Klub in den letzten drei Jahren für die Jugend- und Studentenförderung bereitstellen, informierte Schatzmeister Fritz Hoßbach zur Kassenentwicklung. Dabei wurden auch mittelhessische Kinder- und Jugendprojekte von Diakonie und Kinderhospiz gefördert und das Deutsche und Internationale Rote Kreuz zur Hilfe von Opfern von Naturkatastrophen unterstützt. Kassenprüfer Klaus Leske und Martin Zimmermann bestätigten ihm eine einwandfreie Kassenführung, die mit der einmütigen Entlastung honoriert wurde.

 

Bei den Vorstandswahlen kam es zu folgenden einstimmigen Ergebnissen. Bestätigt in ihren Ämtern wurden Roger Schmidt (Präsident), Günther Schmadel (Vize-Präsident), Fritz Hoßbach (Schatzmeister), Petra Bröckmann (Schriftführerin) und Kerstin Ruppel (Studentenbeauftragte). Neu als Beisitzerin wurde Stefanie Vera Müller gewählt. Ausschussmitglieder sind Evelyn Schmadel, Gabi und Volker Stephan (alle Social Events), Herbert Zimmermann (Stadt und Region Wetzlar) und Thomas Leiser (German-American-Affairs). Kassenprüfer neben Klaus Leske sind Hans Leyerer und Nicole Heppner (Ersatz).

 

In diesem Jahr stehen neben den regelmäßigen Stammtischen jeweils am ersten Mittwoch im Monat im Hotel Köhler in Gießen zudem Frauentreffen beim so genannten „Ladies Gathering“ , die traditionelle Brücke-BBQ-Grill-Party am 5. Juli, die „65 Jahre Brücke-Geburtstagsfeier“ am 2. Oktober sowie das Thanksgiving-Dinner im November auf dem Terminplan. Nähere Informationen findet man auf der Internetseite unter www.dac-bruecke.de.

 

„Brückenbauer“ – Ehemaliger Brücke-Präsident Paul H. Ratzel verstorben

Paul Ratzel (1931-2015)
Paul Ratzel (1931-2015)

GIESSEN-WETZLAR/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Aus Florida hat die Nachricht über den Tod des ehemaligen Präsidenten des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar, Paul Henry Ratzel, die Mitglieder im mittelhessischen Gießen erreicht. Bis 1994 war er viele Jahre in deren Klub und Vorstand aktiv und kehrte nach seiner Pensionierung bei der US-Army in die USA zurück. Aber auch danach blieb er dem Klub verbunden und war letztmals aus Anlass des 60. Brücke-Gründungsgeburtstages im Jahr 2010 in der Universitätsstadt zu Gast. Während der Festveranstaltung im neuen Rathaus hielt er eine leidenschaftliche Rede, die mit viel Applaus honoriert wurde. Er war zu seinen Lebzeiten ein glühender Verfechter der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Zudem war er ein optimistischer, lebensfroher und hilfsbereiter Mensch, mit dem man gerne Freundschaft schloss, erinnert sich Brücke-Mitglied Rolf Eisenmenger. Das machte es ihm leicht, Brückenbauer zwischen Deutschland und den USA zu sein.

Ratzel wurde am 17. März 1931 in Münster-Handorf geboren, besuchte in Colmar die Schule und lernte dort English. Als Portier im Nassauer Hof in Wiesbaden lernte er einen amerikanischen Gast kennen, der ihn für den Bau der US-Interstate-Higway-Systems anwarb. 1954 wurde Ratzel amerikanischer Staatsbürger, vergaß allerdings nie seine Wurzeln in Deutschland. Er kam über die US-Army in Korea, Vietnam und Guam zurück in seine alte Heimat. Im Gießener Army Depot war er Transport-Offizier, später Logistik-Direktor und unterstützte die Brücke-Aktivitäten mit seinem Möglichkeiten tatkräftig. Nach seiner Rückkehr in die USA war er dort mit seiner Familie anerkanntes Mitglied in der Gemeinde von Destin/Florida. Wann immer möglich besuchte er seine alte Heimat und feierte mit seinen Freunden in Gießen, die ihn nicht vergessen werden. Am Donnerstag, den 26. Februar 2015 wurde er in den USA beerdigt.