Schlagwort-Archive: Geschichte

Römisches Forum und Bronze-Pferdekopffund in Waldgirmes sind Brücke-Stammtischthemen

reiterstatueGIESSEN (rge), 31.10.2016 – In die Zeit des römischen Imperiums vor rund 2.000 Jahren entführt der Leiter der LEGIO Augusta Germanica und Vorstandsmitglied vom Förderverein Römisches Forum Waldgirmes, Herrn Hartmut Krämer, die Gäste beim Stammtisch des Deutsch-Amerikanischen Klubs DIE BRÜCKE Gießen-Wetzlar am Mittwoch, den 2. November 2016. Um 19.30 Uhr wird er im Hochzeitssaal des Hotel Köhler in Gießen, Westanlage 33-35 unter der Überschrift „Waldgirmes, eine römische Stadtgründung in Germanien“ in einem Multimediavortrag über das Zusammenleben von Römern und Germanen in Mittelhessen berichten. Dann gibt es auch vielleicht neue Entwicklungen über den laufenden Streitfall zum epochalen Fund des römischen Bronze-Pferdekopfes in der Lahnauer Gemarkung zu berichten. Interessierte Bürger und Mitglieder sind herzlich eingeladen.

 

„Gesicht der Luftbrücke“ Gail S. Halvorsen in Frankfurt ausgezeichnet

Transatlantischer Botschafter für Freiheit und Menschlichkeit vom VDAC gewürdigt

Brücke-Präsident Roger Schmidt gemeinsam mit Mercedes und Peter Wild (Mitte) sowie US-Generalkonsul in Frankfurt, James W. Herman (rechts)
Brücke-Präsident Roger Schmidt gemeinsam mit Mercedes und Peter Wild (Mitte) sowie US-Generalkonsul in Frankfurt, James W. Herman (rechts)

FRANKFURT, 11.10.2015 – „Gail S. Halvorsen ist wie kein anderer das Gesicht der Berliner Luftbrücke“ sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Fraport AG Prof. Wilhelm Bender bei der Verleihung der General Lucius D. Clay-Medaille an den weltberühmten Luftbrücke-Piloten. Im Frankfurter Römer sangen ihm die 150 geladenen Gäste bei der Festveranstaltung im Rahmen des Deutsch-Amerikanischen Tages 2015 des Verbandes der Deutsch-Amerikanischen Clubs (VDAC) ein Geburtstagsständchen, denn am gleichen Tag feierte er mit seiner Familie in den USA seinen 95. Geburtstag. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er den Atlantik nicht überqueren, dafür nahm seine jahrzehntelange gute Freundin Mercedes Wild in seinem Auftrag die Clay-Medaille entgegen. Sie hatte als Kind vom als bekannt gewordenen „Candy-Bomber“ Süßigkeiten aufgefangen, die an seinen von ihm selbst gebastelten Fallschirmen die Kinder in Berlin während der Blockade glücklich machte und Hoffnung schenkte.

Die Begeisterung für diese Aktion zur Freiheit von Berlin, deren Beispiel viele Piloten in den Jahren 1948/1949 folgten, machte Geschichte und ihn selbst zu einem „Popstar im Cockpit“. Kinder und Jugendliche folgen ihm heute noch bei seinen persönlichen Erlebnisberichten in Schulen und Universitäten, die immer von der zentralen Botschaft der Menschlichkeit und Völkerverständigung geprägt sind. Dies unterstrich auch Bender, denn es sei nicht selbstverständlich, das 70 Jahre nach diesen historischen Ereignissen Halvorsen noch so engagiert für die transatlantischen Beziehungen wirbt. „Er ist authentisch und freundlich“ fasst er dessen Ausstrahlung zusammen.

 

VDAC-Präsident Jacob Schrot übergab die Clay-Medaille an die Berlinerin Mercedes Wild mit den besten Wünschen für Halvorsen. Zuvor hatten ihn der Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler, US-Generalkonsul James W. Herman, der Vizepräsident des American Chamber of Commerce David R. Knower sowie der Direktor der Atlantischen Akademie
Dr. David Sirakov in Grußworten gewürdigt. Dabei stellten alle Redner auch die transatlantischen Aktivitäten des VDAC mit seinem Studentenaustausch und Jugendprogramm heraus. Für die musikalische Untermalung beim Festakt sorgten die Musiker der Brass6`tett des Heeresmusikkorps Kassel.

65 Jahre jung! DIE BRÜCKE feiert

65 Jahre deutsch-amerikanische Geschichte in Gießen – Festschrift erschienen

Viel los war beim Sommer-BBQ des Deutsch-Amerikanischen Klubs "Die Brücke" im Kleintierpark in Fernwald
Die Brücke-Mitglieder im Sommer 2015

GIESSEN/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Der Deutsch-Amerikanische Klub DIE BRÜCKE Gießen-Wetzlar feiert im Oktober 2015 (Freitag, 2. Oktober 2015, 19 Uhr) unter der Schirmherrschaft der Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und dem US-Generalkonsul in Frankfurt, James W. Herman, im Bürgerhaus Kleinlinden seinen 65. Gründungsgeburtstag. Der Festabend steht unter der Überschrift „65 Jahre DIE BRÜCKE – American Magic in Mittelhessen“. Das Motto soll an die bis heute prägenden Einflüsse in Kultur und Gesellschaft erinnern, den die Amerikaner in den letzten Jahrzehnten in unserer Region hinterlassen haben, so auch auf die Entwicklung der Brücke. Mitglieder, geladene Gäste und befreunde Partnerschaftsklubs werden erwartet. An die zurückliegenden Jahre, die von Niederlage nach dem Krieg, Aufbruch in das „Wirtschaftswunder“, der Wiedervereinigung Deutschlands sowie weitereichenden weltpolitischen Veränderungen, bis in die jüngste Flüchtlingsbewegung, geprägt waren und sind sowie an die vielfältigen Klub-Aktivitäten der Brücke erinnert die dieser Tage veröffentlichte Festschrift . In großem DIN-A4-Format und auf 24 reich bebilderten Seiten beleuchtet sie die Geschichte der BRÜCKE, in dem nicht nur Deutsche und Amerikaner sondern auch andere Nationalitäten sich zusammen gefunden haben und die Völkerverständigung und den Austausch pflegen.

 

„Nichts bleibt wie es ist, alles wird anders als man denkt.“ sagt Brücke-Präsident Roger Schmidt in der Festschrift, wenn er sich mit der Geschichte des Klubs beschäftigt. Eigentlich war 1948 das Jahr in dem alles begann. Gießen war nach dem Krieg eine Garnisonsstadt mit tausenden stationierten von US-Gis und ihren Familien. Nicht einfaches Ziel einer Gruppe von deutschen Frauen in Gießen war es kurz nach dem Krieg, die Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Deutschen und Amerikanern durch eine Vereinigung zu fördern. Einige amerikanische Frauen waren der gleichen Meinung. Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung und vielen Gesprächen war es soweit. Am 13. März 1950 wurde bei der ersten offiziellen Versammlung im Haus der Wilhelmstraße 20, dem damaligen Sitz der „High Commission for Germany“, die BRÜCKE von US-amerikanischen und deutschen Frauen als zunächst reiner Frauenklub gegründet. Der Name war bewusst als Symbol für den Brückenschlag für die Menschen und der Verständigung über den Atlantik gewählt worden. Der Klub wurde bekannt durch sein Engagement für Kinder, insbesondere gegen die noch grassierende Kinderlähmung. 27.000 DM wurden damals bei einer „Pfennigparade“ gesammelt und eine „Eiserne Lunge“ für erkrankte Kinder finanziert. Ferienprogramme gab es in den Folgejahren 1956-59 unter dem Namen „Glücklicher Sommer“ in Zusammenarbeit mit der Caritas und dem CVJM. Nach der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse unterstützt man individuell regionale Organisationen, wie die Kinderkrebsstation Peiper, das Familienzentrum für krebskranke Kinder oder in der jüngeren Vergangenheit die Jugendarbeit der Diakonie oder den Kinderhospizdienst. 1979 öffnete sich der Klub den Männern. Mit dem Wetzlarer Klub vereinigte man sich im Jahr 2001.

 

Wichtig ist den Mitgliedern der Austausch zwischen Jugendlichen und angehenden Akademikern dies und jenseits des Atlantiks. Der Klub unterstützt als Mitglied im Verband der Deutsch-Amerikanischen Klubs (VDAC), das Programm des Studenten- und Jugendaustausches. Dazu hat er eine Studentenbeauftragte ernannt, aktuell Kerstin Ruppel. Jährlich sind junge Amerikaner in Gießen zum Studium zu Gast, wie deutsche Studenten an einer amerikanischer Universität. Die Mitglieder sorgen dann dafür, dass sich die jungen Leute aus den Staaten hier wie zuhause fühlen.

 

Eine Zäsur in der Vereinsgeschichte bildete der Abzug der US-Amerikaner aus Gießen im September 2007, ist der Festschrift zu entnehmen. Zuvor waren in der Brücke besonders US-Familien von Offizieren fest im Vereinsleben verankert. 2008 wechselte man zudem das Vereinslokal vom Dach Café in das Hotel Köhler.

 

Eine Neuausrichtung gelang. Viele Veranstaltungen wurden neu entwickelt, wie die beiden Benefiz-Konzerte unter dem Titel „We are the world“ mit heimischen Chören. Traditionelle Veranstaltungen wie Ladys Gathering (Damentreffen), Sommer-BBQ und Thanksgiving wurden erfolgreich fortgeführt. Regelmäßige Stammtische zu auch kontroversen Themen wurden und werden veranstaltet. Gast war hier aktuell der scheidende Regierungspräsident Lars Witteck, der zur Flüchtlingssituation in Mittelhessen referierte. Die Neujahrsempfänge der Brücke sind seit 2010 zu gesellschaftlichen Ereignissen im Kalender der Region geworden. Ehrengäste waren hier neben der Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (2010), der US-Generalkonsul Edward Alford (2011), der Konsul für Kultur und Bildung beim Generalkonsulat der Volksrepublik China in Frankfurt, Liu Xiaolu und sein Vertreter, Vize-Konsul Wang Lin (2012), US-Generalkonsul Kevin C. Milas (2013), der Direktor des bundesweit einmaligen Mathematikums, Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher (2014) sowie die Intendantin des Stadttheaters Gießen, Cathérine Miville (2015).

 

„Aktuell steht die Gesellschaft vor neuen Herausforderungen. Tausende von Menschen suchen Frieden, Wohlstand und Glück in Deutschland und anderen Teilen Europas.“ blickt Schmidt in seinen Grußworten auf aktuelle Geschehnisse in direkter Nachbarschaft. Wie einst Menschen aus unserer Region, die in vorigen Jahrhunderten nicht aus Abenteuerlust sondern ebenfalls aus purer wirtschaftlicher Not und Verfolgung aus ganz Europa in die USA aufbrachen, wiederholen sich Ereignisse, unterstreicht er. „Wenn wir unseren 65. Gründungsgeburtstag in diesem Jahr feiern, gilt denen unsere Solidarität die Hilfe benötigen und wir denken an die Helferinnen und Helfer, die im täglichen Einsatz für diese Menschen bis an ihre persönlichen Grenzen gehen.“ DIE BRÜCKE will auch weiterhin an der Seite derer stehen, die Unterstützung benötigen. Dafür ist die transatlantische Verständigung und Freundschaft sowie die Völkerverständigung und Frieden über unsere Grenzen hinaus ein wichtiger Baustein, so das Selbstverständnis des Klubs.

Leica-Kamera aus dem Luftschiff Hindenburg reiste durch USA

Hinterländer Mountainbiker waren Gäste beim Brücke-Stammtisch – Auf USA-Tour
Die Brücke-Vorsitzenden Roger Schmidt (links) und Günther Schmadel (rechts) begrüßten zum Stammtisch im Hotel Köhler die Hinterländer Mountainbicker Harald Becker (Mitte, links) und Uli Weigel, die von ihrer spannenden Fahrt mit den Rädern in den USA berichteten. Immer dabei die alte Leica (auf dem Tisch), die schon im brennenden Luftschiff "Hindenburg" in New York dabei war
Die Brücke-Vorsitzenden Roger Schmidt (links) und Günther Schmadel (rechts) begrüßten zum Stammtisch im Hotel Köhler die Hinterländer Mountainbicker Harald Becker (Mitte, links) und Uli Weigel, die von ihrer spannenden Fahrt mit den Rädern in den USA berichteten. Immer dabei die alte Leica (auf dem Tisch), die schon im brennenden Luftschiff „Hindenburg“ in New York dabei war

GIESSEN-WETZLAR/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Sie waren mit ihren Fahrrädern im fernen China unterwegs, bereisten die Städte und Urwälder Brasiliens und durchquerten die Wildnis Namibias. Die Rede ist von den Hinterländern Mountainbikern Uli Weigel, Jörg Krug, Harald Becker, Siegried Pitzer und Matthias Schmidt. Beim jüngsten Stammtisch-Treffen des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ im Hotel Köhler berichteten zwei von ihnen mit Uli Weigel und Harald Becker von ihrer jüngsten Reise, die sie zu einer neuen Herausforderung in die Weiten des Westens der USA und in den Osten nach New York geführt hatte. Vor den zahlreich gekommenen Gästen hatten sie neben ihrem reichlich bebilderten Bericht und einem Film auch die Original-Leica-Kamera mitgebracht, die beim Absturz des Luftschiffes Hindenburg im amerikanischen Lakehurst am 6. Mai 1937 an Bord gewesen war. Ein besonderes Erlebnis für die Brücke-Besucher, denn sie konnten das hoch versicherte Stück Kamerageschichte einmal in der Hand halten. Der Brücke-Vorsitzende Roger Schmidt stellten die weit gereisten Mountainbiker aus dem Lahn-Dill-Kreis in Gießen den mehr als 40 Gästen vor.

 

Im September 2014 waren sie 10 Tage in ihrem aktuellen Projekt „Geschichte er“fahren““ diesmal unter dem Titel „Die neue Welt auf den Spuren des Moontainbike-Sports“ unterwegs in Amerika. Erstaunt registrierten sie nach ihrer Ankunft in den USA, dass Radfahren bei den Amis voll im Trend liegt. Unzählige Gleichgesinnte begegneten ihnen auf der Tour. Im Wilden Westen waren sie gern gesehene Gäste im Leica-Store von Los Angeles wurden im dortigen deutschen Konsulat empfangen und erlebten danach den gefährlichen amerikanischen Berufsverkehr mit ihren Rädern. Ein Weingut im legendären Napa Valey zählte zu den Stopps, dort auf dem heißen Napa Trail hatten sie auch ihre erste Panne, die sie am Abend bei einem kühlen Bier begossen. Besonders toll fanden sie, dass sie die Legenden des Mountainbike-Sports mit Joe Breeze, Gary Fisher und Otis Guy in Fairfax kennen lernen konnten. Die „Hall of fame“ des Radsports besuchten sie im „Museum of Bycycling“. Toll auch ihre Fahrt über die Golden Gate Bridge in San Francisco. Von dort ging es dann allerdings mit dem Flieger in den Osten nach New York, informierte Weigel lachend. 4.800 Kilometer waren dann auch doch für mittelhessischen Radler angesichts des engen Zeitplans zu viel. Dort im „Big Apple“ stand dann auch das von ihne so getaufte „Hörler Mädchen“, die Freiheitsstatue auf ihrem Besuchsplan. Sie hatten recherchiert, dass die Vorfahren des Schöpfers Frederic Auguste Bartholdi, aus der deutschen Heimat stammten. Sein Stammvater „Barthold“ lebte als Hugenotte in Oberhörlen (Steffenberg) und wurde dort vor 329 Jahren getraut. Auf Liberty Island war man bereits von der Ankunft der Radler über ihre Spurensuche informiert und winkte sie freundlich durch, wie Harald Becker von seiner Begegnung mit den dortigen Rangern berichtete. Mit der Leica-Kamera im Gepäck besuchten sie die Absturzstelle der Hindenburg in Lakehurst und trafen den Museumsdirektor Don Adams. Zu guter Letzt besuchten sie noch Bill Combs, in Neffen von Bill Schaefer, dessen Vater Maximilian Schäfer 1839 von Mittelhessen in die USA ausgewandert war. Gemeinsam mit seinem Bruder Frederick,d er bereits 1838 Deutschland verlassen hatte, bauten sie von 1842 bis 1968 ein Brauerei-Imperium mit 4000 Arbeitsplätzen unter der Marke „Schaefer Beer“ auf. 1976 stellte sie als letzte Brauerei in Brooklyn die Produktion ein. Die Firma wurde 1999 an die Papst Brauerei verkauft. Dort im Museum fanden die Hinterländer Mountainbiker auch die Haustür des Elternhauses vom Wetzlarer Kornmarkt, die Bill Schaefer im Jahr 1966 in die USA brachte. Neben vielen Nachfragen von den Zuhörern gab es viel Applaus für Uli Weigel und Harald Becker für ihren transatlantischen Reisebericht, der die geschichtlichen und lebendigen Verbindungen zwischen den Menschen in den USA und Deutschland beispielhaft verdeutlichte.

 

Beim nächsten Brücke-Stammtisch am Mittwoch, den 4. März 2015 um 19.30 Uhr im Hotel Köhler berichtet der Student Dominik Jung von seinem sechsmonatigen Praktikumserlebnissen in den USA bei Ion Power in Delaware.
Gäste sind willkommen.

Gießener Bäckerssohn backte für amerikanische Unabhängigkeit

Historiker Prof. Dr. Holger Thomas Gräf informierte beim Brücke-Stammtisch über die Rolle von Gießener und Wetzlarern im US-Unabhängigkeitskrieg

GIESSEN/WETZLAR/MITTELHESSEN (rge/ger/rg),

Der Historiker Prof. Dr. Holger Thomas Gräf berichtete beim Brücke-Stammtisch über die Rolle der Hessen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg
Der Historiker Prof. Dr. Holger Thomas Gräf berichtete beim Brücke-Stammtisch über die Rolle der Hessen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

Im historischen Gedächtnis der US-Amerikaner spielen die Hessen für die Identität ihrer jungen Nation eine nicht zu unterschätzende Rolle, unterstrich der Historiker Prof. Dr. Holger Thomas Gräf von der Philipps Universität Marburg beim Stammtisch des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar. In seinem Vortrag im Hotel Köhler beleuchtete er unter dem Titel „Die „Hessian Mercenaries“ –

Fakten und Mythen“, die Rolle der hessischen Söldner im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg vor rund 230 Jahren, unter denen auch Männer aus dem mittelhessischen Städten Gießen und Wetzlar kämpften.

 

Bekannt wurden die Rolle der „Hessians“ einem breiten deutschen Publikum in den TV-Verfilmungen „Der Winter der ein Sommer war“ (D 1976) und „Das große Abenteuer des Kaspar Schmeck“ (DDR 1982), informierte Gräf. Das allerdings die sogenannten „verkauften Landeskinder“ als Söldner damals eher Standard der Kriegsführung war und Geld in die Kassen der deutschen Fürstentümer spülte war eines der Gründe, dass viele Hessen nach Amerika kamen. Ein weiterer Grund war die Attraktivität des Soldatenberufes mit guter und sicherer Bezahlung sowie Karriere, die viele der Bürger ihre Unterschrift unter die „Subsidienverträge“ leisten ließ, erläuterte der Historiker. Die Minderheit war Zwangsrekrutiert. Die Hessen hatten allerdings einen sehr schlechten Ruf. Vorurteile wurden von Amerikanern gefördert, so in der bekannten Erzählung in Washington Irwins „Legende von Sleepy Hollow“, in dem ein hessischer Söldner als kopfloser Reiter eine geheimnisvolle Rolle spielt. Den Amerikanern wurde ein barbarisches Feindbild in diversen Publikationen eingeimpft. Das wirkte sich sogar bis in die Nachkriegszeit aus, als es um die wieder Wiederbewaffnung Deutschlands ging und Eisenhower 1951 sagte, er wolle keine hessischen Söldner. 19 Freiwillige aus der Freien Reichsstadt Wetzlar und 25 aus Gießen im Fürstentum Hessen-Darmstadt zogen für die Britten in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, ermittelte Gräf aus vorliegenden Quellen. Davon waren ein Drittel über 30 Jahre alt. Sie wurden in den Einheiten von Hessen-Hannover, Hessen-Kassel und den Waldecker Regimentern eingesetzt. Dass nur ein Toter bei unmittelbaren Kriegshandlungen, aber 12 an Krankheiten verstarben verwundert um so mehr, als das nur vier Mittelhessen nach dem Krieg in ihre alte Heimat Europa zurück kehrten. Fünf blieben nachweislich in den USA, 11 desertierten und von weiteren 11 Soldaten ist der Verbleib unbekannt. Dabei erinnerte er auch an ein anderes Schicksal und zwar des „Kriegsknechts“ Christopher Ludwich, den Sohn eines Bäckers in Gießen. Der war über allerlei Umwege in Diensten von Österreich und Preußen, dann als britischer Matrose nach Philadelphia gekommen und hatte es dort später zu Reichtum gebracht. 1777 wurde der Hesse aus der Stadt an der Lahn als amerikanischer Patriot zum Oberbäcker und Chef der Feldbäckerei der US-Truppen im Unabhängigkeitskrieg ernannt, informierte Dr. Gräf abschließend. Die Brücke-Präsidenten Roger Schmidt und Günther Schmadel dankten dem Historiker für diese interessante transatlantische Geschichtsstunde.

 

 

Was würde Cäsar wohl Obama raten?

Brücke-Stammtisch in Gießen über Rom und Römer
Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesamtes für Archälogie, Norbert Kissel, referierte beim Stammtisch des Deutsch-Amerikanischen Klubs "Die Brücke" Gießen-Wetzlar im Hotel Köhler in Gießen über Rom, die Großstadt, das Imperium und ihr Leben in unserer Region vor rund 2.000 Jahren
Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Landesamtes für Archälogie, Norbert Kissel, referierte beim Stammtisch des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar im Hotel Köhler in Gießen über Rom, die Großstadt, das Imperium und ihr Leben in unserer Region vor rund 2.000 Jahren

GIESSEN-WETZLAR/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Beim jüngsten Stammtisch des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar ging es im Hotel Köhler in Gießen um ein vergangenes Imperium. Der ehrenamtliche Mitarbeiter des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege und Schulleiter der Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim, Norbert Kissel, berichtete dabei über Rom als antike Großstadt, als Imperium und über ihr Leben in unserer mittelhessischen Region. Dabei warf er vor den Gästen die Frage auf: „Sind die USA ein neues Rom?“

 

Nicht nur das fundierte neue Wissen der Wissenschaften über das damalige Leben zog die Zuhörer in seinem kurzweiligen Referat in ihren Bann. Er hatte auch Funde, wie Münzen und Tonscherben und goldgelben Mulsum mitgebracht. Den mit Honig und Pfeffer angereicherten Wein servierte er gleich zu Beginn seinen Zuhörern. Diese römische Geschmacksprobe nutzte er zur Überleitung in das Leben in der damaligen antiken Großstadt. Etwa eine Millionen Einwohner zählte das antike Rom, das aus einem kleinen Dorf am Tiber entstanden war. Die Straßen waren überfüllt. Stars waren bei Kaiser und Volk die Gladiatoren, vergleichbar den heutigen Fußballern. Sie wurden hoch bezahlt und wurden teuer ausgebildet. Getötet wurden in den Circus-Arenen meist Gefangene und Sklaven, bei diesem grausamen Spektakel. Die Mehrheit der Römer wohnte in Mietskasernen, die bis zu 10 Stockwerke zählen konnten. Der Straßenverkehr war damals schon verkehrsberuhigt. Tags dürften keine Fuhrwerke auf den Straßen unterwegs sein, so die Erkenntnisse der Geschichtsforscher. Um Essen, Vergnügen, Geld ging es meist im Leben der Römer. Technisch waren die Römer auf einem hohen Standard, der sich im 9.000 Kilometer langem europaweiten Straßennetz und in der Wasserversorgung mit Hilfe der Aquädukte teilweise noch widerspiegelt. Und auch das Rechtssystem war wegweisend. Im Imperium lebte es sich unter dem „Pax Romana“ (Römischen Frieden) recht gut, so lange man sich assimilierte und keinen Widerstand leistete, führte Kissel aus. Dafür ließen die Römer den Völkern ihre Religionen. Das imperiale Management mit Senat und Verwaltung war schlank und effizient. Das Militär bestens ausgebildet und ausgerüstet, so Kissel. Trotzdem gab es, wie im Teutoburger Wald bei Varus in Germanien auch Niederlagen zu verkraften. Im Waldkampf waren die Römer unterlegen. Durch die Völkerwanderung begann das Imperium um das 4. Jahrhundert zu bröckeln. Der Sold konnte für die Legionäre nicht mehr bezahlt werden. Schon früher war der 550 Kilometer lange Limes kein „eiserner Vorhang“, räumte Kissel mit Vorurteilen auf. Viel mehr sei es eine Demarkationslinie gewesen. Es habe zwischen Germanien und den römisch besetzten Gebieten ein großes Zivilisations- und Wohlstandsgefälle gegeben. Reger Handel sei mit den in unserer Region lebenden germanischen Chatten getreiben worden. Von denen hätten auch einige in der römischen Armee gedient und dort die Kriegskunst gelernt. Auch Türken und Syrer waren damals hier im römischen Auftrag im Einsatz. Der Limes in unserer Region um Butzbach, Pohlheim und Lich diente besonders zur Absicherung der Kornkammer Wetterau. Ausgrabungen, wie die Villa Rustica bei Gambach hätten Erkenntnisse zum alltäglichen Leben erbracht, besonders über Kleidung und Nahrung.

 

Rom sei nicht mit den USA zu vergleichen, so Kissel. Allerdings seien beide Großmächte ihrer damaligen Epoche gewesen. Interessant dürfte allerdings angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen in der Welt sein, was die Cäsaren wohl US-Präsident Obama geraten hätten, so sein Schlusswort nach einem geschichtlich interessanten und unterhaltsamen Vortrag.

Das Leben von Karl-Wilhelm von Schlieben – Vom Feind zum Freund

Über Preußen, Kaiserreich, Nationalsozialismus bis hin zum US-Freund und Brücke-Unterstützer in Gießen

Aus dem Familienarchiv von von Schlieben ein Ausschnitt vom Völkischen Beobachter im Juni 1944 (Bild: Privat/Repro rg)
Aus dem Familienarchiv von von Schlieben ein Ausschnitt vom Völkischen Beobachter im Juni 1944 (Bild: Privat/Repro rg)

GIESSEN/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), August 2014, In diesem Sommer jährt sich im siebzigsten Jahr die Landung der Alliierten in der Normandie. Der Beginn der Operation „Overlord“ am 6. Juni 1944 läutete das Ende der Nazi-Herrschaft ein. Bis zum 8. Mai 1945 mit der Kapitulation des Deutschen Reiches wurde aber noch fast ein Jahr lang verbissen in Europa gekämpft und Millionenfach gestorben. Der Festungskommandant von Cherbourg, Generalleutnant Karl-Wilhelm von Schlieben, beendete bereits am 26. Juni 1944 mit der Kapitulation der von Hitler ausgerufenen „Festung“ entgegen des „Führerbefehls“ die Kampfhandlungen um die französische Stadt am Kanal. 800 Soldaten gingen in aussichtsloser Lage mit ihm aus seinem unterirdischen Befehlsbunker in St. Sauveur in Kriegsgefangenschaft. Am darauffolgenden Tag ergaben sich dann weitere 10.000 Wehrmachtssoldaten nach dem die Kapitulation bekannt wurde. Es war das Ende der organisierten Kampfhandlungen in Cherbourg. Viele Soldaten beider Seiten überlebten dadurch den Krieg. Nach seiner Zeit als Kriegsgefangener in England kam von Schlieben 1950 nach Gießen und baute dort die so genannten „Labor-Service-Units“ (internationale Wach- und Serviceeinheiten) für die US-Army auf. Seine Frau Eleonore von Schlieben war in den Anfangsjahren der 50er-Jahre aktives Mitglied im Deutsch-Amerikanischen Klub „Die Brücke“ in der Universitätsstadt Gießen.

 

Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, die über zwei Weltkriege reicht und von Glauben an die vermeintlich richtige Sache, über Zweifel am eigenen Tun bis hin zu neuen Einsichten und Lebensentscheidungen führte. Die beiden Enkelinnen Elisabeth von Maltzahn und Ellen Schwarzburg-von Wedel wollten mehr wissen über die Geschichte ihres Großvaters, der nach seiner Gefangenschaft im Jahr 1947 von 1950 bis zu seinem Tod am 18. Juni 1964 in Gießen lebte.

 

Die beiden Frauen waren am 26. Juni 2014 mit ihren Familien zu einer Zeremonie zur Erinnerung an die Ereignisse in und um Cherbourg als Vertreterinnen ihres Großvaters im Schloss von Servigny eingeladen. Ellen Schwarzburg von Wedel erinnerte in ihrer Rede vor Veteranen und Vertretern der beteiligten Nationen an den langen Weg von Gegnern zu Freunden.

 

Dort an historischer Stelle trat Generalleutnant von Schlieben damals vor 70 Jahren dem US-General Joseph Lawton „Lightnin‘ Joe“ Collins gegenüber und besiegelte die Kapitulation von Cherbourg. Der deutsche Berufssoldat hatte bis dahin eine für die damalige Zeit vorbildliche Karriere absolviert. Wie sein Vater zog es Karl-Wilhelm zu den Soldaten. In der Preußischen Armee im Kaiserreich trat er zu Beginn des 1. Weltkrieges am 11. August 1914 ein. Bis hin zum Ordonanzoffizier beim Generalkommando schaffte er es und überlebte den Krieg. In der Reichswehr der Weimarer Zeit machte er weiter Karriere und wurde im Oktober 1929 zum Rittmeister befördert. Unter den Nazis war er als Adjutant bei diversen Stabs-Regimentern im Einsatz. Ab 1942 war er an der Ostfront eingesetzt, erst beim 4. Schützen-Brigade, dann bei der 208. Infanterie-Division und war von April bis Dezember 1943 als Kommandeur der 18. Panzer-Division im Einsatz. Danach wurde er zum Atlantikwall zur 709. Infanterie-Division in der Normandie abkommandiert. Nach der Landung der Alliierten ernannte ihn Adolf Hitler zum Festungskommandanten von Cherbourg. Nur drei Tage später ergab er sich mit seinen Soldaten. Die vollkommene Überlegenheit der Alliierten unterstrich dann auch ein als „Geheime Kommandosache“ bezeichneter Lagebericht von Generalfeldmarschalls Erwin Rommel vom 15.7.1944. „Die Lage an der Front in der Normandie wird von Tag zu Tag schwieriger … . Die eigenen Verluste sind … derart hoch.“ Alleine von den 97.000 eingesetzten deutschen Soldaten starben täglich bis zu 3.000 Männer. „Der ungleiche Kampf neigt dem Ende entgegen.“ so die Einschätzung von Rommel aufgrund der Überlegenheit der Alliierten und eigenen Verlusten bereits wenige Wochen nach der Landung. Für sein Verhalten in Cherbourg wurde Generalleutnant Karl-Wilhelm von Schlieben von Hitler mit Anschuldigungen und Kritik überzogen.

 

In der sich anschließenden britischen Kriegsgefangenschaft im Trent Park beschlichen von Schlieben weitere Zweifel an seinem Mitwirken für das NS-Regime. So ist in den Abhörprotokollen des britischen CSDiC als Reaktion auf das Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 als Zitate von ihm zu lesen „… Diese tausendjährige Reich wird ja nun hoffentlich bald zu Ende sein.“. Und im Umgang mit Hitler wünschte er: „Ich würde ihn den Russen ausliefern, in irgendein sibirisches Bergwerk, Fall erledigt.“ Und über Dachau und die anderen Konzentrationslager gab er im Mai 1945 zu: „Jeder wusste, dass furchtbare Sachen dort passieren – nicht was, aber dass furchtbare Sachen da passieren, das wusste jeder von uns, schon damals 1935.“ (Vgl. Buch von Sönke Neitzel „Abgehört“ – Deutsche Generäle in britischer Kriegesgefangenschaft 1942-1945, Porpyläen 2005).

 

Mit all diesen Dokumenten, beschäftigen sich nicht nur die Historiker sondern bis heute auch seine Nachfahren. Das er nach dem Krieg von den Amerikanern die Möglichkeit erhielt nach seiner Repatriierung für sie zu arbeiten, ist die andere Seite der Medaille, die ihn vom einstmaligen Gegner zum Freund werden ließen. Und auch das seine Frau Eleonore ab 1950 dem Deutsch-Amerikanischen Klub „Die Brücke“ in Gießen mit ihm an seiner Seite verbunden war, bildet diese andere Seite ab, die von da an der Völkerverständigung und der verbindenden gegenseitigen Hilfe gewidmet war.

 

In ihrer Rede sagte die Enkelin am Gedenktag in Cherbourg: „… Nach 70 Jahren sind wir an dem Ort, an dem unser Großvater einen Kampf aufgab, den es nie hätte geben dürfen. … Ihre Einladung verstehen wir als eine Geste der Versöhnung.“ Sie erinnerte dabei an die Hilfsbereitschaft und Solidarität ohne Bevormundung nach dem Krieg durch die Alliierten. Durch „Die Brücke“ (Deutsch-Amerikanischen Klub Gießen-Wetzlar) entstanden enge freundschaftliche Beziehungen, es wurden wirklich „Brücken geschlagen“, so Schwarzburg-von Wedel. „Im Namen unseres Großvaters bitte ich von ganzen Herzen um Verzeihung!“ sagte sie im Hinblick auf die Gräueltaten im Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern vor den Veteranen und internationalen Gästen in Frankreich. Dass ihr Großvater einen Führerbefehl, mit der Aufgabe in Cherbourg verweigert und Erschießungen in Russland verhindert hat, ist für sie in ihrer Erinnerung als Enkelin vorbildlich.

 

Dass ihre in Pohlheim lebende Schwester Elisabeth beim Stammtisch der „Brücke“ im Hotel Köhler in Gießen dieser Tage ihren Vortrag unter den Titel „Vom Feind zum Freund“ gestellt hatte, war ein weiterer Baustein dieser geschichtlichen Aufarbeitung von einer Generation, die erst nach diesen Ereignissen im 2. Weltkrieg aufwuchs und sich der Erinnerung verpflichtet zeigt. „Wie froh und glücklich wäre unser Großvater gewesen, wenn er gewusst hätte, dass seine Nachkommen diesen Ort (Cherbourg) besucht haben und dass sich seine Enkel und Urenkel mit den Enkeln und Urenkeln von General Collins freundschaftlich verstanden haben.“

BRÜCKE-Stammtisch am 3. Septemper 2014: „Die Römer – Germanisches Leben im Imperium Romanum“

Norbert Kissel
Norbert Kissel

GIESSEN/MITTELHESSEN (rg) – Am Mittwoch, den 3. September 2014 ist um 19.30 Uhr der Historiker Norbert Kissel zu Gast bei „DIE BRÜCKE“. Im Hotel Köhler wird er beim Stammtisch über die Römer im Zusammenleben mit den Germanen entlang des obergermanisch-rätischen Limes vor rund 2000 Jahren berichten. Mitglieder und interessierte Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Lincoln-Rede: „Meisterstück der Motivation“

Motivationstrainer Scholz bei der Brücke: 

René Scholz (Mitte) wurde für seinen Vortrag über die Lincoln Rede in Gettysburg vom Brücke-Präsidenten Roger Schmidt (rechts) und Tom Leiser (Vorstand Brücke und Friends of the Lahn) gedankt
René Scholz (Mitte) wurde für seinen Vortrag über die Lincoln Rede in Gettysburg vom Brücke-Präsidenten Roger Schmidt (rechts) und Tom Leiser (Vorstand Brücke und Friends of the Lahn) gedankt

GIESSEN/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Am 12. Februar 1809 wurde US-Präsident Abraham Lincoln geboren. Am 18. November 1863 hielt der 16. Präsident der USA seine wichtigste Rede bei der Einweihung des Soldatenfriedhofes auf dem Schlachtfeld von Gettysburg, die noch 150 Jahre später jeder US-Amerikaner in der Schule lernt und verinnerlicht. Die so bekannte „Gettysburg Address“ ging als sein rhetorisches Meisterstück der Motivation in die Geschichte ein. Der Frankfurter Motivationstrainer für Führungskräfte, René Scholz, thematisierte und analysierte diese Lincoln-Rede bei einem Vortrag als Gastreferent beim Deutsch-Amerikanischen Klub „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar.

 

Die Sinnstiftung in der Gemeinschaft transportierte Lincoln in der nur zwei Minuten und 278 Worten langen Rede in Perfektion, informierte Scholz im Hotel Köhler vor den Zuhörern. Mitten im Bürgerkrieg appellierte er an die Einigkeit der Nation. Er beendete im Verlauf seiner Präsidentschaft den Bürgerkrieg, unterzeichnete Gesetze gegen die Sklaverei und bereitete den Weg der USA zur Weltmacht vor. Mit seiner Rede sei im auf perfekte Weise eine einzigartige Motivation der Bürger gelungen. Erstmals bestand die Möglichkeit durch Medien diese Botschaft in der gesamten Nation schnell zu verbreiten. Gemeinschaft stiften, der unbedingte Gestaltungs- und Machtwille sowie den Menschen Sinn und Ziel geben,  seien ihm mit seinen Worten dabei auf einzigartige Weise gelungen. Dies wirke bis heute in der US-Nation. Ohne diesen „besten US-Präsidenten“ gebe es vermutlich nicht die westliche Welt mit seinen demokratischen, militärischen und wirtschaftlichen Bündnissen, wie wir sie heute kennen, betonte Scholz. Besondere Bedeutung in der Rede spiele so das immer wieder kehrende Wort „Wir“ und „Uns“ in der Berufung auf Land und die Gemeinschaft. Belehrungen und Bevormundung findet man dagegen keine, dafür immer wieder kehrende Kernbotschaften. Die Frage nach dem „Wie“ in der Motivation von Menschen für neue Herausforderungen stellen sich nicht nur Politiker sondern auch Unternehmen für ihre Mitarbeiter, so Scholz. Die nutzt der Trainer für Führungskräfte in seinen Workshops. Das Kunststück die Lincoln in seiner Rede gelungen sei, war damals komplexe Ereignisse einfach zu erklären und damit die Kernbotschaft mit der Einigkeit der Nation in der anstehenden Herausforderung überzeugend zu vermitteln. Abraham Lincoln beendete damals seine Rede mit den Worten „ … Es ist vielmehr an uns, uns der großen Aufgabe, die noch vor uns liegt, zu verpflichten – ….  – auf dass diese Nation, unter Gott, eine Wiedergeburt der Freiheit erleben soll – und auf dass die Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk, nicht von der Erde verschwinden möge.“