GESCHICHTE – HISTORY

So fing alles an …

Brücke-Adventskaffee mit Kellertheater-Chef David Turner (links, bereits verstorben) und dem damaligen Brücke-Präsidenten Klaus Leske im Dezember 2004 in Giessen
Brücke-Adventskaffee mit Kellertheater-Chef David Turner (rechts, bereits verstorben) und dem damaligen Brücke-Präsidenten Klaus Leske im Dezember 2004 in Giessen

 

Bereits im Jahre 1948 wurden erste Ideen zur Gründung eines Deutsch-Amerikanischen Klubs in Gießen entwickelt. Ziel einer Gruppe von deutschen Frauen in Giessen war kurz nach dem 2. Weltkrieg, die Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Deutschen und Amerikanern durch eine derartige Vereinigung zu fördern. Über offizielle amerikanische Stellen fanden sie eine Gruppe amerikanischer Frauen, denen die gleiche Vorstellung am Herzen lag. Der Name „Die Brücke“ schien am besten geeignet, um die Vorstellungen und Ziele der Gruppe auszudrücken. Man war sich bewusst, dass viel Zeit und Geduld erforderlich sein würden, um eine lebensfähige Organisation zu schaffen.

Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung und vielen Gesprächen war es soweit. Am 13. März 1950 wurde bei der ersten offiziellen Versammlung im Haus der Wilhelmstraße 20, dem damaligen Sitz der „High Commition for Germany“ „DIE BRÜCKE“von US-amerikanischen und deutschen Frauen als zunächst reiner Frauenklub gegründet.
Erst 29 Jahre später, im Jahr 1979 hatten auch Männer Zugang zum Klub. Schon bei der Gründungsversammlung wurde beschlossen, die Aufnahme des Klubs in den „Verband der Deutsch-Amerikanischen Klubs (VDAC)“ (siehe www.vdac.de) zu beantragen. Diesem Antrag der Brücke wurde seitens des Verbandes im April 1950 als einem der ersten in Deutschland stattgegeben.

In der Giessener Öffentlichkeit wurde „DIE BRÜCKE“ erstmals im Oktober 1950 durch eine außergewöhnliche Aktion bekannt. Die Mitglieder hatten erfahren, dass ein an spinaler Kinderlähmung (Poliomyelitis) erkranktes Kind sterben musste, weil die einzige im Raum Giessen vorhandene Eiserne Lunge nicht verfügbar war. Durch dieses traurige Ereignis kam eine „Pfennigparade“ (March of Dimes) zustande, die die unglaubliche Summe von DM 27.000.- erbrachte. Von diesem Betrag konnten drei Eiserne Lungen und eine Elektrolunge beschafft werden und den Giessener Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden. Ferner wurden Zuschüsse gegeben, zum Bau eines Bewegungsbades, für ein Forschungsvorhaben, für die Bezahlung einer Krankengymnastin und für bedürftige Kranke.
In den Jahren 1956 bis 1959 unterstützte „DIE BRÜCKE““ das Projekt „Glücklicher Sommer“, ein Ferienprogramm für bedürftige Kinder, durchgeführt von der Stadt Giessen in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt, dem Caritas Verband und dem Christlichen Verein Junger Männer. Geld- und Sachspenden gingen ferner an das Giessener Flüchtlingslager, an Kinder- und Altenheime sowie an Waisenhäuser.

Nachdem sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik entscheidend gebessert hatten, wurden groß angelegte Wohltätigkeitsprojekte eingestellt. Die Betonung lag von nun an auf gezielter individueller Hilfe. Örtliche Einrichtungen wurden unterstützt: Das Spastiker-Zentrum der Arbeiterwohlfahrt Giessen, der Chor des Altenclubs Hölderlinweg, die Bibliothek der amerikanischen Grundschule, die Station Peiper für Krebskranke Kinder, Bücherei „Fröhliches Krankenzimmer“ sowie das Ronald McDonnald Haus, das Familienzentrum für krebskranke Kinder. 1988 spendet „DIE BRÜCKE“ für die Opfer der Flugtagkatastrophe in Ramstein. Während de beiden Golfkriege (1990/2003) sandte der Klub Weihnachtspakete an amerikanische Soldaten im Irak. In der US-Garnison Giessen, die am 28. September 2007 endgültig geschlossen wurde, betreute man bis zum Abzug die amerikanischen Familien.

Heute unterstützt die „Brücke“ traditionell zwei Programme der Deutsch-Amerikanischen Klubs, das Jugend- und das Studentenaustauschprogramm. Seit Ende der 50er Jahre Unterstützung des Jugendprogrammes des Verbandes, Wochenendseminare sowie Informations- und Kulturreisen für deutsche und amerikanische Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Drei solche Seminare fanden auch 1984, 1986 und 1991 in Giessen statt.

Im Rahmen des seit fast 40 Jahren bestehenden Studentenaustauschprogrammes des Verbandes können je 30 deutsche und 30 amerikanische Studenten ein Jahr lang im jeweiligen Gastland studieren. Seit 1991 studieren jährlich im Rahmen dieses Programms ein amerikanischer Student in Gießen und ein bis zwei Studenten aus Gießen in den USA. Die amerikanischen Studenten in Gießen werden von den Brücke-Mitgliedern betreut.

Seit 1994 bis 2007 unterstützt die „Brücke“ das FLAG-Programm (Families learning about Germany) der US-Armee für neu angekommene Soldatenfamilien in Giessen. Gemeinsames, von deutschen Frauen gekochtes Mittagessen, Rundgang durch Giessen mit Einkaufstipps und Informationen über öffentliche Einrichtungen.

Gießen war im Jahr 1999 Gastgeberstadt des jährlich zentral stattfindenden Deutsch-Amerikanischen Tages des Verbandes VDAC. Zu dem von der Brücke organisierten Deutsch-Amerikanischen-Tag waren unter den zahlreichen Ehrengästen auch der US-Botschafter John C. Kornblum und der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignaz Bubis.

1999 erfolgte auch der Zusammenschluss der „Brücke“ mit der Deusch-Amerikanischen Gesellschaft in Wetzlar zum Deutsch-Amerikanischen Klub „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar.

Nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 standen im besonderen Maße die Unterstützung und Betreuung der Frauen und Kinder, der ab 2003 immer wieder im Irak-Einsatz befindlichen US-GIs aus Gießen im Mittelpunkt. 2003 wurde erstmals ein Oktoberfest im Giessener Kellertheater gefeiert. Aufgrund der Sicherheitslage gestalteten sich die Besuche in den US-Militäranlagen allerdings immer schwieriger. Trotzdem konnten Oktoberfeste, Adventskaffee und Thanksgiving gemeinsam mit den US-Amerikanern gefeiert werden und die Stammtisch im Dach Cafe wurden gut besucht.

Am 1. März 2008 gingen in unserem bisherigen Stammlokal, dem Dach Café, die Lichter aus und wir mussten uns ein neues Zuhause für die Brücke suchen. Nach einem einmaligen Treffen im Braugasthof „Alt Gießen“ lautet seit April 2008 unsere neue, gute Stammtisch-Adresse, das Hotel Köhler in der Westanlage 33 in Gießen.

Heute im Jahr 2010 hat „Die Brücke“ über 100 Mitglieder in jedem Alter. Es wird ein vielfältiges Programmangebot aus kulturellen, politischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen (Vorträge, Theaterbesuche, Wanderungen, Ausflüge, Besichtigungen, Picknicks, Progressive Dinner, Adventskaffe, Thanksgiving) angeboten. Besonders die monatlichen Stammtische mit Themen und Referenten aus der Politik, Kultur, Gesellschaft und Reise jeden ersten Mittwoch im Monat 19.30 Uhr im Hotel Köhler werden regelmäßig gut besucht.

Ab Februar 2010 wird zudem ein American-Speech-Talk zu Themen der aktuellen transatlantischen Tagespolitik und allgemeinen gesellschaftlichen Ereignissen eingeführt.

In den Jahren 2012 und 2013 wurden mit viel Erfolg Benefizkonzerte unter dem Titel "We are the world" für den Ambulanten Kinderhospizdienst und die Jugendarbeit des Diakonischen Werkes sowie für das VDAC-Studentenaustauschprogramm im Rathaus von Giessen veranstaltet. Insgesamt konnten 5.400 Euro gespendet werden.

Im Jahr 2015 feiert „DIE BRÜCKE“ seinen 65. Gründungsgeburtstag.

 

 

 

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