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„Fakenews schädigen Vertrauen der Gesellschaft“

Chief of Staff“ der US-Army Europe Brigadegeneral Markus T. Laubenthal beim Brücke-Empfang

„Chief of Staff“ der US-Army Europe in Wiesbaden , Markus T. Laubenthal (3.von rechts) mit Brücke-Präsident Roger Schmidt (rechts) und Vizepräsident Günther Schmadel (links) sowie Ehrengäste beim Brücke-Neujahrsempfang 2017

GIESSEN – WETZLAR – MITTELHESSEN (rg) – Es ist lange her, dass hochrangiger militärischer Besuch in Gießen begrüßt werden konnte. Bis zum Abzug der letzten US-GIs im Jahr 2007 beherrschten deutsche und amerikanische Soldaten über viele Jahrzehnte das Straßenbild als Garnisonsstadt. Die Zeiten änderten sich und ändern sich erneut. Mit Brigadegeneral Markus T. Laubenthal war am Mittwochabend mit dem „Chief of Staff“ aus dem Hauptquartier der US-Army Europe in der Wiesbaden einer der führenden deutschen Generäle auf Einladung des Deutsch-Amerikanischen Klubs DIE BRÜCKE Gießen-Wetzlar zu Gast. Laubenthal war der erste deutsche „Chief of Staff“ in den amerikanischen Streitkräften überhaupt an der Seite von US-Generals Ben Hodges. Beim Brücke-Neujahrsempfang im bis auf den letzten Platz gefüllten großen Saal des Hotels Köhler nutzte er seine Rede um die aktuelle sicherheitspolitische Situation in Europa zu beleuchten und für die wichtige Zusammenarbeit innerhalb des nordatlantischen Verteidigungsbündnis zu werben. Das über all dem die Unsicherheiten über den politischen Weg der neuen US-Administration schwebten, war allenthalben auch bei der Begrüßungsrede von Brücke-Präsident Roger Schmidt zu greifen. Alleine der Name des neu gewählten US-Präsidenten fiel kein einziges mal.

 

Prominente Gäste waren zudem zum Brücke-Empfang gekommen, den darunter waren neben dem höchsten Repräsentanten des Hessischen Parlaments, Landtagspräsident Norbert Kartmann und dessen Parteifreund Hans-Jürgen Irmer zudem der Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz und Stadträtin Monika Graulich aus Gießen und aus Wetzlar, Stadtrat Manfred Viand, gekommen. Musikalisch hatten der gemischte Chor Modern Voices unter Leitung von Andreas Stein vom Gesangverein Germania Watzenborn-Steinberg mit eine Potpourri amerikanischer Evergreens die Gäste zu Beginn eingestimmt. Schmidt warnte in seiner Rede vor falschen Propheten und vermeintlichen Heilsbringern, die zur Zeit Konjunktur haben. Zukunft habe Deutschland in der Gemeinschaft der Europäer, damit Freiheit, Frieden und Wohlstand erhalten bleibe. Höhen und Tiefen in den transatlantischen Beziehungen, habe es schon immer gegeben. Die deutschen und amerikanischen Interessen blieben in den großen Zusammenhängen der Geschichte bestehen. Der Brücke-Klub wird weiter klaren Kurs für die transatlantische und Völker verbindende Verständigung in Respekt zum Wohle aller Menschen halten, versprach Schmidt.

Fakenews – gefälschte Nachtrichten“, gerade in sozialen Medien und dabei oft aus russischen Quellen, schädigten das Vertrauen innerhalb unserer westlichen Gesellschaften, warnte Brigadegeneral Markus T. Laubenthal. Die 28.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten von ehemals 300.000 leisten aktuell einen umso wichtigeren Beitrag gemeinsam mit der Bundeswehr und den anderen NATO-Verbündeten zur Sicherheit in Europa. Die Propaganda und Desinformation im Internet sowie die Ereignisse in der Ost-Ukraine hätten gezeigt, dass die beschlossene Verstärkung der Abschreckung wichtig sei. Die US-Army Europe (USAREUR) habe aktuell eine Brigade mit 3.500 Soldaten mit 440 Kettenfahrzeugen aus Fort Carson in Colorado für neun Monate über Bremerhaven nach Ostpolen verlegt. Eine logistische Herausforderung, die mit 1.040 Waggons in 37 Zügen bewältigt wurde. Weiteres Gerät folge zur Einlagerung in Depots zur Stärkung der schnellen Einsatzbereitschaft. Besorgte Bürger würden ihn Fragen, ob dieses „Säbelrasseln“ nötig und nicht viel mehr Dialog gefragt sei, so der General. Die Kommunikationskanäle seien offen, allerdings die Gesprächsergebnisse nicht befriedigend, wäre dann die Antwort. Eine angemessene und sichtbare Abschreckung angesichts der russischen Aktionen ist nötig, so der einmütige politische Wille. Die Geschwindigkeit zur Reaktion mit entsprechender Kampfstärke habe sich in den vergangenen Jahren erhöht. Übungen seien notwendig.

Besonders mit der jungen Zivilgesellschaft will man den Dialog nun weiter verstärken. Dafür wurde ein Intern-Programm mit Praktika für Studenten in den US-Streitkräften in Grafenwöhr, Kaiserslautern und Wiesbaden ins Leben gerufen, teilte er mit. Bereits 40 junge Menschen nicht nur aus Deutschland hätten in den letzten 15 Monaten das Angebot in den Bereichen Mediengestaltung, Journalismus, Umwelttechnik und Sprachen genutzt. Unter Telefon 0611 143 537 0401 kann man sich persönlich oder per Mail unter usarmy.wiesbaden.usareur.mbx.praktikum@mail.mil informieren und anmelden, warb er. Für Laubenthal war sein Kommen gleichzeitig der Abschied aus Hessen. In Oldenburg übernimmt er das Kommando der 1. Panzerdivision. Mit Brigadegeneral Kai Rohrscheider wird als sein Nachfolger erneut ein Deutscher als ein Zeichen für Kontinuität der guten deutsch-amerikanischen Beziehungen im USAREUR-Hauptquartier in Wiesbaden gleichberechtigt an der Seite mit dem US-Oberkommandierenden stehen.

 

Brücke eröffnete das 65. Gründungsjahr mit Neujahrsempfang

Bruecke_NJE2015_EmpfangGIESSEN/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Januar 2015; Der Deutsch-Amerikanische Klub „Die Brücke“ Giessen-Wetzlar hatte zum Neujahrsempfang geladen und zahlreiche prominente Politiker, Diplomaten und Vertreter aus befreundeten Verbänden und Vereinen waren unter den mehr als 100 Gästen. Im Hotel Köhler in Gießen konnte Brücke-Präsident Roger Schmidt beim Sektempfang neben dem Ehrengast des Abends, der Intendantin des Stadttheaters Gießen Catherine Miville, zudem den US-Generalkonsul in Frankfurt, Kevin C. Milas mit seiner Frau Eileen, den VDAC-Präsidenten, Jacob Schrot, sowie den Stadtverordnetenvorsteher der Universitätsstadt Gießen, Egon Fritz, willkommen heißen. Musikalisch umrahmten Sängerinnen des Konzertchores vom Gesangverein Jugendfreund Watzenborn-Steinberg unter Leitung von Chordirektor und Kapellmeister des Stadttheaters, Jan Hoffmann, den Abend der ganz im Zeichen des 65. Gründungsjahres der Brücke stand. Gewürdigt wurde in allen Reden zum einen die schönen Künste als friedliche Botschafter über kulturelle, konfessionelle und ethnische Grenzen hinaus, als auch die transatlantische Partnerschaft, die vom VDAC mit einem regen Jugend- und Studentenaustausch gepflegt wird. In diesem Jahr feiert „Die Brücke“ seinen Geburtstag mit einem Gala-Abend unter dem Titel „American magic – Original Mittelhessen“ am 2. Oktober mit Zauberei, Tanz und Musik.

BRÜCKE-Neujahrsempfang: Geometrische Verwandlungen mit Humor

Ehrengast Prof. Beutelspacher – Thema der Neujahrsansprache „Vertrauen“

Beim Neujahrsempfang des Deutsch-Amerikanischen Klubs "Die Brücke" Gießen-Wetzlar faszinierte der Direktor des Mathematikums, Prof. Dr. Dr. h.c. Albrecht Beutelspacher im Hotel Köhler in Gießen die Gäste
Beim Neujahrsempfang des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar faszinierte der Direktor des Mathematikums, Prof. Dr. Dr. h.c. Albrecht Beutelspacher im Hotel Köhler in Gießen die Gäste

GIESSEN/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Dass die Wissenschaften der Mathematik mit den Lehren von Phytagoras & Co. durchaus unterhaltsam sind, bewies Prof. Dr. Dr. h.c. Albrecht Beutelspacher am Mittwochabend einmal mehr beim Neujahrsempfang des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar. Noch nie waren so viele Gäste zum Brücke-Empfang in das Hotel Köhler gekommen, darunter Gießens Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz (SPD), der FDP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Greilich, Wetzlars Stadtrat Amin Moawd (Grüne/Bündnis 90), und CDU-Ortsverbandschef Stefan Görnert gekommen. Insgesamt mehr als 60 Gäste lauschten gebannt dem Direktor des Mathematikums bei seinen Rechendemonstrationen und beobachteten die zauberhaften geometrischen Verwandlungen von Kreisen zum Quadrat und Rechtecken zum Ball. Passend stimmte die Pohlheimer A capella -Männerformation „Fünfklang“ mit Leiter Matthias Hampel musikalisch unter anderem mit „Ein Freund, ein guter Freund“ und „King of the road“ sich passende in dieses Bild eines unterhaltsamen Jahresstarts ein.

 

Brücke-Präsident Roger Schmidt ging in seiner Begrüßung auf die Bedeutung von „Vertrauen“ im friedlichen Zusammenleben von Menschen ein. „Wer heute massenhaft Daten über unbescholtene BürgerInnen sammelt, sie belauscht und abhört, braucht sich nicht zu wundern, über das laut fragende Echo in aller Welt.“ Viel mehr brauche man ein mehr an Vertrauen in unserer Wertegemeinschaft und es gelte die Hand auszustrecken, sagte Schmidt „Nicht hinter jeder Hecke sitzt der Feind.“ Um die Herausforderungen dieser Welt zu überdauern, seien Weitsicht, Klugheit und Sensibilität nötig. Die Brücke ist und bleibe den transatlantischen Beziehungen verpflichtet. Gerade im Jugend- und Studentenaustausch würden Verbindungen geschaffen, die unschätzbares Vertrauen von Menschen und für Menschen schaffen . Shannon Wilson aus den USA besucht in diesem Jahr die Justus-Liebig-Universität. Aus Deutschland gehen bald Carina Tomys und Stephanie Diehl zum Studium in die Vereinigten Staaten. Schmidt bezeichnete die drei jungen Frauen als ausgezeichnete Botschafterinnen ihrer Länder. Und auch die Brücke-Benefizkonzert-Reihe „We are the world“ habe in diesem Jahr wieder einiges für die Gemeinschaft bewegt. So seihen 2.800 Euro für die Jugendarbeit des Diakonischen Werkes Gießen, den transatlantischen Jugend- und Studentenaustausch sowie für für die Flutopfer auf den Philippinnen an das DRK eingespielt worden, die in den kommenden Tagen übergeben werden. 200 Zuschauer, rund 60 Sängerinnen und Sänger, Sponsoren mit der Volksbank Mittelhessen an der Spitze, die Stadt Gießen und die Hilfsorganisationen hätten großes Vertrauen in das Brücke-Engagement gehabt, so Schmidt. „Ich kann heute sagen, wir haben sie nicht enttäuscht.“

 

Das Papier, Kleber und eine Schere reichen, um aus gelben Papierstreifen zunächst zwei Kreise und daraus dann einen quadratischen Rahmen zu kreieren, war dann auch nur einer der wundersamen Vorstellungen von Prof. Beutelspacher bei seinem humorvollen Vortrag. Damit machte er Beste Werbung für das Mathematikum Gießen und die Wissenschaft. Viel Applaus war das Resultat an diesem Abend beim diesjährigen Brücke-Neujahrsempfang für Beutelspacher als auch die fünf Sänger von „Fünfklang“.